Letztes Wochenende fuhren wir auf einem
Kurzurlaub nach Arequipa, die weiße Stadt. Naja genau genommen waren wir
maximal 16 stunden insgesamt da, aber ich muss sagen, dass mir die Stadt, oder
zumindest das was ich gesehen habe sehr gefallen hat. Aber von vorne:
Wir Freiwilligen hier haben Kontakt mit dem
Leo-Club Cusco. Die Leo's sind quasi die Juniororganisation des Lions-Club. Für
alle die den Lions-Club nicht kennen, wie ich anfangs, hier eine kurze
Beschreibung: Der LC ist eine wohltätige Organisation, verbreitet über die
ganze Welt in dem großzügige Philantrophen es sich zur Aufgabe gemacht haben,
jenen Menschen zu helfen die selbst dazu nicht in der Lage sind. Mit Jonas
Worten: Ein Haufen reicher alter Männer die Geld spenden wollen um ihr Image
auf zu bessern. Jonas Worte, nicht meine. Auf jeden Fall wurden wir schon durch
unsere Vor-Freiwilligen an die Leo's vermittelt, und da das lauter junge nette
Menschen sind die auf zum Gemeinwohl beitragen, hängen wir halt auch mit denen
ab und unterstützen uns gegenseitig. Da am Samstag eine große Reunion der
Leo-Clubs des Südens Perus statt fand, hat Ingrid, eine peruanische Freundin
und unser erster Kontakt zu besagtem Club, uns eingeladen sie zu begleiten.
Gesagt, getan, und noch n paar Aktivitäten dran gehängt.
Wir sind am Donnerstag um 4 Uhr nachmittags in
Cusco los gefahren, 12 Stunden Busfahrt für umgerechnet knapp 9 Euro. Es war
schön mal aus Cusco raus zu kommen und anderes zu sehen, auch wenn es erst mal
nur durch das Busfenster war. Die Fahrt alleine war dann auch schon ein
Abenteuer. Fenster die man nicht zu machen konnte, eine Anfangstemperatur von
47 Grad im Bus bis nachts 14 Grad und sehr viele Menschen, denen das Wort Körperhygiene
wohl genau so viel sagt wie Ökotrophologie. Als wir dann halb erfroren um halb
4 in Arequipa angekommen sind ging es gleich weiter in ein Hostel, wo wir nach
2 Minuten von unserem Tourbus zum Colca-Canyon abgeholt wurden. Da keiner
wusste, was genau wir da machen würden gab es erstmal ein bisschen Chaos,
angefacht von der Tourführerin die alle zur Eile antrieb wie ein Cowboy in
einer Herde wild gewordener Rinder. Es endete so, dass Jay z.B. seinen
kompletten vollgestopften Reiserucksack mitnahm, andere gar nichts und vor
allem keiner seine Badeklamotten, die wir für die heißen Quellen die es da gab,
gebraucht hätten. Meine persönlichen Verluste beschränkten sich auf meine
Ersatzbatterie so, dass mein Fotoapparat auf halber Strecke seinen Geist aufgab.
Nach weiteren 3 Stunden fahrt, in denen Maria
in einem anderen Bus fahren musste, sind wir angekommen und haben viele tolle
Sachen gesehen und gelernt. Man muss Wissen, dass der Colca-Canyon für seine
Kondore bekannt ist, die wir dann auch gesehen haben. Ich habs nicht geglaubt,
aber die sind echt riesig. 3 Meter Flügelspannweite hört sich nach nicht so
viel an aber wenn dann so ein riesiger Schatten knapp 5 Meter über einem
fliegt, dann kriegt man schon etwas Respekt.
Ein weiterer Höhepunkt war der Volcan-Watchpoint,
auf fast 5000 m von dem aus man in der Ferne 6 verschiedene Vulkane mit 6000 +
m bestaunen konnte.
Als wir abends wieder in Arequipa angekommen
sind, sind wir natürlich nicht in dem Hostel geblieben wo wir unsere Sachen
abgeladen hatten, sondern sind natürlich nochmal mit allem Gerödel durch die
Stadt gezogen um nach einigen hitzigen Diskussionen in einem netten kleinen
Hostel einzukehren. Dort wurde uns eine heiße Dusche versprochen, die jedoch
nur wir Jungs bekommen haben, da wir eine Privatdusche hatten. Das erste mal
heiß duschen seit 2 Monaten! Oh Wonne! Abends haben wir dann noch ein bisschen
die Stadt erkundet und uns von Straßenkünstlern verzaubern lassen :)
Am nächsten Morgen wieder um 5 aufstehn, zum
Bus hetzten, Bus fährt nicht... N bisschen warten, viel diskutieren, Van
gechartert, fast den doppelten Preis gezahlt und ab 3 Stunden fahrt durch die
Wüste an die Küste, dort wo die Reunion wirklich statt fand : Camaná. Und dann:
Meer! Im November! Endlich! Wir haben alle gequietscht wie unsere Cuys wenn ich
komme und ihnen Futter bringe. Es flatterte zwar die rote Flagge im Wind, das
hielt uns aber nicht großartig auf. Und da wir mit Leomenschen am Strand waren
haben wir auch da schnell Kontakte geknüpft. Was man auch schnell bekommen hat
war Sonnenbrand... Auf Sintje's Rücken war der Abdruck der Schleife ihres
Bikinis zu sehen. Nach ein bisschen Entspannung ging es Abends auf das soundsovielste Jubiläumsfest der Stadt Camaná
wo wir peruanisch gefeiert haben, mit viel Arequipeña und Cusqueña und Gedudel
(peruanische Musik). Spät in der Nacht gabs noch Feuerwerk und Lichtshow und
eine peruanische Boyband mit dem „Hombre mas lindo del Perú“. Kreischalarm!
Am nächsten Tag haben wir nach großzügigem
organisieren dann auch einen Bus zurück nach Arequipa bekommen und auch noch
den Bus zurück nach Cusco bekommen, diesmal mit echter Klimaanlage und bequemen
Sitzen und sind dann morgens zu Hause angekommen. Nach 1-2 Stunden Ruhe sind
wir dann alle in den Unterricht getorkelt.
Wir haben viel erlebt, viel gesehen, wenig
geschlafen, sind viel Bus gefahren, haben viele Leute kennen gelernt, warm
geduscht, viel Geld ausgegeben (der Colca-Canyon war maßlos überteuert), waren
im Meer und hatten unglaublich viel Spaß. Alles in allem ein gutes Wochenende.
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